Blühstreifenaktion 2019

Überlassen wir die öffentliche Diskussion um Flächen und deren „richtige“ Bewirtschaftung nicht alleine den Organisationen, die selbst keine oder kaum Fläche bewirtschaften. Im Gegensatz zur teilweise irreführenden einseitigen Berichterstattung verbraucht die Landwirtschaft keine Flächen, sondern nutzt sie! Wir schütten auch keinen Donaukies auf unsere Äcker und pflanzen artenarme Tujahecken in die Feldflur, wie es häufig in Privatgärten der Fall ist. Natürlich wird versucht eine gute Ernte zu sichern, um unser Einkommen aber auch die Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen. Letztendlich entscheidet auch der Verbraucher über die Attraktivität der Ausrichtung unserer Landwirtschaft beim täglichen Einkauf mit.

Machen Sie mit bei der Blühstreifenaktion 2019, einerseits um den bestäubenden Insekten Ihre Nahrungsgrundlage zu verbessern und andererseits aber auch um mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Teilnehmer der letztjährigen Aktion haben gute Erfahrungen gemacht.

 

Weitere Informationen zum Anlegen der Blühstreifen finden Sie hier.

 

Interview mit Clemens Schmitt

Wir haben Clemens Schmitt einen Landwirt mit einem Familienbetrieb neben Erlangen zum Anlegen der Blühstreifen interviewt. Sein Betrieb besteht aus 60ha Ackerbau, 70 ha Grünland und einem Erlebnisbauernhof (Pensionspferde, Voltigieren, Therapeutisches Reiten, Kindergeburtstage usw.)

MR: Wie haben Sie von dem Projekt erfahren?
CS: Direkt über Ralf Wagner von der Maschinenring Geschäftsstelle Regnitz-Franken

MR: Was hat Sie überzeugt mitzumachen?
CS: Ich hatte mit der Erledigung wenig Aufwand. Es wird direkt alles von Maschinenring abgewickelt. Ich habe keinen Rest vom Saatgut, ich muss die Sämaschine nicht ab- und umstellen. Es wird komplett im Paket vom Maschinenring erledigt und ich als Landwirt mach was Gutes für die Natur.

MR: Wie viele Blühstreifen haben Sie angesät?
CS: 2,08 km ungefähr 6.000qm – es sind dann 1% von meiner Ackerfläche.

MR: Wie sind Sie vorgegangen? Ist es mit viel Aufwand verbunden?
CS: Nein gar nicht: Ich habe im Grunde mein Feld vorbereitet wie zur Maisaussaat – das komplette Feld – bis auf Düngung auf dem Randstreifen, der wird nicht gemacht. Aber ansonsten habe ich mein Feld bearbeitet wie bei der Maisaussaat. Ich habe dann bei der Maisaussaat außen rum einen Streifen von 3 Meter weggelassen, der dann paar Tage danach vom Maschinenring bestellt wurde. Ich hatte keinen Mehraufwand bei der regulären Arbeit. Ich habe nur 3 m Rand ausgelassen – wo ich es wollte – und der Blühstreifen wurde dann vom Maschinenring gesät.

MR: Können Sie das Anlegen der Blühstreifen den anderen Landwirten empfehlen und warum?
CS: Ich kann das Anlegen der Blühstreifen auf jeden Fall empfehlen, vor allem beim Maisanbau. Wenn man Mais anbaut, braucht man es nicht separat deklarieren als andere Fläche. Im Mehrfachantrag gibt es Maisfläche mit Blühstreifen als eine Codierung und man hat dadurch auch keine erhöhten Bürokratieaufwand. Außerdem ist die Resonanz auf das Ansäen der Blühstreifen enorm positiv.

MR: Wie war die Resonanz der Bevölkerung auf den Blühstreifen?
CS: Ich habe eins meiner größten Feldstücke mit fast 8 ha für die Aktion genommen, das in Bubenreuth zwischen zwei Ortsteilen liegt. Es ist ein relativ großes Feldstück, das sehr publikumsnah liegt und die Resonanz war gigantisch. Die Leute haben gefragt, was das ist. Ich habe die Schautafel von Maschinenring zur Verfügung gestellt bekommen. Und es ist bei der Bevölkerung sehr positiv angekommen.

MR: Werden Sie dieses Jahr mitmachen?
CS: Ja, auf jeden Fall.

MR: Und in welchem Ausmaß?
CS: Auf jeden Fall genauso viel wie letztes Jahr. Ich hoffe, dass sich die Codierung für andere Früchte auch noch ändert, dann werde ich auch an Getreidefelden in der Zukunft Blühstreifen anlegen.

MR: Wie können wir die anderen Landwirte überzeugen mitzumachen?
CS: Es ist sehr schwierig die Landwirte zu überzeugen – auch im Hinblick auf das letzte Bürgerbegehren. Wir können uns nicht gegen den Druck der Bevölkerung wehren und müssen mit der Bevölkerung für die Artenvielfalt arbeiten. Wir als Landwirte sollten einen guten Willen zeigen und einen Schritt vorwärts gehen und von uns aus was tun.
Bietet sich natürlich beim Randstreifen – meiner Meinung nach – gut an, weil man kann weder bis zum Gehweg oder Nachbarsgrundstück komplett bis auf die Grenze düngen und spritzen, selbst die Bodenbearbeitung ist schwierig und es ist einfach gute Sache, wenn man auf den äußersten 3 m was für die Natur zusätzlich tut.